Auswirkungen, Sorgen & Bedenken

Windenergie ist auch mit Sorgen und Bedenken verbunden. Nicht immer lassen sich unterschiedliche Informationen und Darstellungen leicht einordnen. Manchmal fehlen wichtige Zusammenhänge oder es gibt widersprüchliche Aussagen. Wir greifen häufig geäußerte Bedenken auf und ordnen sie an hand des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstands ein.

Schall und Infraschall

Windkraftanlagen erzeugen in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit Betriebsgeräusche. Diese können als belastend und störend empfunden werden. Um Anwohnerinnen und Anwohner zu schützen, gelten strenge Grenzwerte, welche im Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz geprüft werden. (1) Um den Schallschutz zu gewährleisten, kann es auch zu Abschaltauflagen, insbesondere in den Nachtstunden kommen, damit die dann strengen Grenzwerte eingehalten werden können. (2)

Windkraftanlagen erzeugen außerdem Infraschall, also nicht hörbare, tieffrequente Geräusche. Der Infraschall von Windkraftanlagen liegt bei einer Entfernung von 200m unter der menschlichen Wahrnehmungsschwelle (3) (4). Negative gesundheitliche Auswirkungen von Infraschall von Windenergieanlagen konnten wissenschaftlich nicht belegt werden. (5)

Zum Weiterlesen: Fragen und Antworten der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg zu Windenergie und Schall.

(1) Fachagentur Wind und Solar e.V.: Schall.

(2) Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg: Lärm.

(3) Bayerisches Landesamt für Umwelt und Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (2022): Windenergieanlagen, Infraschall und Gesundheit.

(4) Bayerisches Landesamt für Umwelt: Schallpegelmessungen an Windenergieanlagen.

(5) Fachagentur Wind und Solar e.V. (2026): Kompaktwissen. Infraschall und Windenergie. Definitionen, Entstehung, Wirkungen auf den Menschen.

Rückbau und Recycling

Windenergieanlagen müssen nach deren dauerhaften Aufgabe rückgebaut werden. Diese Verpflichtung ergeht gemeinsam mit der Baugenehmigung. Um den Rückbau abzusichern, müssen Sicherheitsleistungen wie Bürgschaften abgegeben werden. (1)

Ein großer Teil von Windenergieanlagen kann recycelt werden. Dies betrifft vor allem die Bestandteile aus Metall, wie Maschinenhaus und Turm. Auch der Stahlbeton aus Turm und Fundament wird recycelt. Probleme bereiten nach wie vor die Rotorblätter. Diese bestehen aus Balsaholz, Carbon- und Glasfasern, Kunstharzen und Lacken. Da ein echtes Recycling der Rotorblätter unwirtschaftlich ist, werden diese meist gehäckselt und als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie eingesetzt. Die Deponierung ist verboten. (2) (3)

Fundamente von Windenergieanlagen sind eher breit und flach als tief. Die Fundamente werden ebenfalls vollständig rückgebaut. In weichen Böden müssen zusätzlich Pfahlgründungen vorgenommen werden. Ob diese rückgebaut werden müssen, ist umstritten und Teil von gerichtlichen Klärungen und wird gesetzlich geregelt werden. (4) (5) (6)

(1) Fachagentur Wind und Solar e.V. (2026): Kompaktwissen. Rückbau und Recycling von WEA. Grundlagen, Vorgaben, Umsetzung.

(2) Umweltbundesamt (2020): Windenergieanlagen: Rückbau, Recycling, Repowering.

(3) Fachagentur Wind und Solar e.V. (2026): Kompaktwissen. Rückbau und Recycling von WEA. Grundlagen, Vorgaben, Umsetzung. 

(4) Regierungspräsidium Tübingen: Das Fundament der Energiewende. Beton. Bewehrung. Und plötzlich: Begeisterung.

(5) Fachagentur Wind und Solar e.V. (2026): Kompaktwissen. Rückbau und Recycling von WEA. Grundlagen, Vorgaben, Umsetzung.

(6) Fachagentur Wind und Solar e.V. (2026): Rundbrief  Windenergie und Recht 1/2026.

Mikroplastikabrieb

Rotorblätter bestehen aus Kunststoffen (Kunstharze und Lacke). Beim Betrieb von Windenergieanlagen entsteht Abrieb an den Rotorblättern, bspw. durch Staub und Regentropfen, die mit hoher Geschwindigkeit auf die Rotorblätter treffen. Dabei entstehen Mikroplastikpartikel, die sich in der Umgebung ablagern. (1) Die Menge des Abriebs ist deutlich geringer als aus anderen Quellen: Im Jahr 2018 waren Windenergieanlagen insgesamt für 0,02 % des gesamten Mikroplastikemissionen verantwortlich. Der Abrieb von Reifen (bspw. von PKW und LKW) ist für 31 % des Feinstaub- und Mikroplastikabriebs verantwortlich. Der Mikroplastikabrieb pro Windenergieanlage und Jahr wird auf ca. 2,74 kg geschätzt. (2)

Durch Regelmäßige Wartung und rechtzeitige Instandsetzung kann der Mikroplastikabrieb reduziert werden. (3)

(1) Bundesverband WindEnergie e.V. (2026): Faktencheck: Erosion an Rotorblättern.

(2) Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (2026): Verbreitete Irrtümer über Windenergieanlagen.

(3) Bundesverband WindEnergie e.V. (2026): Faktencheck: Erosion an Rotorblättern. 

Schlagschatten

Bei tiefstehender Sonne kann der bewegte Schattenwurf der Rotoren als störend empfunden werden. Für Wohngebäude gelten Grenzwerte von max. 30 Minuten pro Tag und 30 Stunden pro Jahr. Werden sie erreicht, müssen die Anlagen per Schattenabschaltung zeitweise stoppen. Die zuvor genannten Werte sind theoretische Maximalwerte. In der Praxis treten Belastungen von etwa sieben bis acht Stunden pro Jahr auf. (1) (2)

(1) Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg: Schattenwurf.

(2) Fachagentur Wind und Solar e.V. (2026): Kompaktwissen. Warum Windenergieanlagen stillstehen. Gründe, Auswirkungen, Lösungsansätze.

CO2-Bilanz von Windenergieanlagen und Schutzgase (SF6)

Gegen die Nutzung von Windenergieanlagen wird angeführt, dass bei deren Produktion ebenfalls CO2 freigesetzt wird. Für die Herstellung und die Errichtung fallen ca. 300 t CO2 an. Eine Windenergieanlage spart pro Jahr ca. 6.790 t CO2 dadurch ein, dass kein Strom aus fossilen Quellen erzeugt werden muss. (1) So haben Windenergieanlagen nach ca. 1 Monat Betrieb bereits die Menge CO2 eingespart, die für Herstellung und Errichtung notwendig war. Andere Quellen gehen von einem späteren Zeitpunkt aus: Die Angaben schwanken dabei von 3 Monaten bis zu einem Jahr. (2) (3)

Ein Kritikpunkt ist auch die Nutzung von klimaschädlichen Schutzgasen wie Schwefel-Hexafluorid (SF6) in (älteren) Windenergieanlagen. SF6 ist ein Schutzgas und wird als Isolator in elektrischen Schaltanlagen verwendet, bspw. auch in Trafostationen. Da SF6 23.500-mal klimaschädlicher ist als CO2 und für 3.200 Jahre in der Erdatmosphäre verbleibt, darf es nicht entweichen und muss recycelt werden. Zudem ist es seit 2026 in Mittelspannungsschaltanlagen bis 24 kV und ab 2030 darüber hinaus verboten. Neue Windenergieanlagen werden daher kein SF6 mehr enthalten. (4)

(1) Quarks (2025): Kritik an Windkraft: Behauptungen im Check.

(2) Fachagentur Wind und Solar e.V. (2024): Kompaktwissen. Ökobilanz der Windenergie. Definition, Grundlagen, Ergebnisse.

(3) Umweltbundesamt (2021): Themenpapier Ökobilanz der Windenergieanlagen an Land.

(4) Bundesverband WindEnergie e.V. (2023): Faktencheck: SF6-Einsatz in Windenergieanlagen.

Blinken und Nachtkennzeichnung

Windenergieanlagen müssen auf Grund ihrer Höhe als Hindernis für die Luftfahrt gekennzeichnet werden. Dies erfolgt durch blinkende rote Lichter (Befeuerung). Um die störende Wirkung der blinkenden Lichter zu reduzieren, gilt seit 2025 die Pflicht zur bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung. Windräder blinken daher nur noch, wenn sich ein Flugzeug der Anlage nähert. (1)

(1) Fachagentur Wind und Solar e.V.: Kennzeichnung und Befeuerung.

Klimaveränderungen und Austrocknung von Böden

Windenergieanlagen führen nicht zur Erwärmung des Klimas. Im Gegenteil helfen sie dabei, fossile Energien einzusparen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und damit den menschengemachten Klimawandel zu begrenzen. (1) (2) Gleichwohl können Windenergieanlagen Einfluss auf das Mikroklima haben: Durch ihren Rotor vermischen sie unterschiedliche Luftschichten. Dies kann dazu führen, dass – je nach Wetterlage – die Temperatur am Boden geringfügig steigt oder sinkt. (3) Dies kann auch geringfügige negative Auswirkungen auf die Bodenfeuchte haben. Diese Auswirkungen sind aber sehr lokal, in unmittelbarer Nähe zur Anlage. (4) Generell sind vorhandene wissenschaftliche Studien zu Auswirkungen auf die Bodenfeuchte nicht auf Deutschland übertragbar, da sie sehr große Windparks in Texas oder China betrachten. (5) Auch eine Einwirkung auf Niederschlag oder Wolkenbildung ist laut Deutschem Wetterdienst ausgeschlossen, da diese Prozesse in ca. 6 km Höhe ablaufen. (6) (7)

(1) Umweltbundesamt (2021): Themenpapier Ökobilanz der Windenergieanlagen an Land.

(2) Fachagentur Wind und Solar e.V. (2024): Kompaktwissen. Ökobilanz der Windenergie. Definition, Grundlagen, Ergebnisse.

(3) Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (2026): Verbreitete Irrtümer über Windenergieanlagen.

(4) Tagesschau (2024): Windkraftanlagen verursachen keine Dürre.

(5) Tagesschau (2024): Windkraftanlagen verursachen keine Dürre.

(6) Bayrischer Rundfunk, Faktenfuchs (2023): Kein Klimawandel und keine Dürren wegen Windrädern.

(7) Mitteldeutscher Rundfunk, Wissen (2025): Faktencheck: Erosionsschäden, Wettereinfluss und Belastung durch Infraschall.

Wertminderung von Grundstücken

Ob Windenergieanlagen zur Wertminderung von Grundstücken führen, ist wissenschaftlich umstritten. Es gibt Studien, die keine Auswirkungen auf die Immobilienpreise zeigen und das Gegenteil. Das RWI – Leibniz-Insitut für Wirtschaftsforschung konnte für den Zeitraum 2007–2015 bei Einfamilienhäusern in unmittelbarer Nähe – bis 1 Kilometer Entfernung – einen Wertverlust von 7 % modellieren (1). Der Wert von landwirtschaftlichen Flächen, die für Windenergieanlagen in Frage kommen, steigt hingegen. (2) Wie sich Preise real entwickeln, hängt aber von vielen Faktoren ab: Der Bevölkerungsentwicklung, der wirtschaftlichen Entwicklung, Bildungsangeboten, Angeboten wie günstiger Strom- und Wärmeversorgung und der allgemeinen Akzeptanz von Windenergieanlagen. (3) (4) Die Hansestadt Osterburg (Altmark) konnte beim Verkauf von Grundstücken in der Nähe von Windparks keine Wertminderung feststellen. (5)

(1) RWI - Leibniz-Insitut für Wirtschaftsforschung (2019): Local Cost for Global Benefit: The Case of Wind Turbines.

(2) Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (2024): Windräder und Immobilienpreise.

(3) Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (2024): Windräder und Immobilienpreise.

(4) EnergieAgentur.NRW GmbH (2017): Faktencheck Windenergie und Immobilienpreise. Dokumentation der Veranstaltung.

(5) Hansestadt Osterburg (Altmark) (2026): Antwortschreiben des Bürgermeisters an die Bürgerinitiative Gegenwind Flessau. Windpark Flessau - Keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Gefährdung von Vögeln und Fledermäusen

Für bestimmte Vogelarten stellen Windenergieanlagen eine Gefahr dar. Diese werden kollisionsgefährdete Vogelarten genannt. Auch Fledermäuse können durch Windenergieanlagen gefährdet werden. Deshalb wird das Vorkommen dieser Arten bei der Planung und Genehmigung besonders geprüft. So ist im Nahbereich (je nach Art 500 bis 1000 m) um den Brutplatz von kollisionsgefährdeter Arten der Bau von Windenergieanlagen nicht möglich. Im weiteren Bereich darum braucht es besondere Prüfungen und Schutzmaßnahmen. Dies kann bspw. die Abschaltung der Anlage zu bestimmten Zeiten beinhalten. Auch die zunehmende Höhe der Anlagen reduziert das Risiko, Tiere zu töten. Neben Abschaltzeiten kommen zunehmend technische Lösungen wie Kameras und Radare zum Einsatz, die Vögel und Fledermäuse erkennen können und die Anlagen bei Bedarf abschalten. (1)

(1) Fachagentur Wind und Solar e.V. (2024): Kompaktwissen. Windenergie und Artenschutz. Betroffenheit, rechtliche Grundlagen, Schutzmaßnahmen.

Abregelung und Stillstand wegen überlasteter Netze

Wenn der Wind nicht oder nur sehr schwach weht, drehen sich Windenergieanlagen nicht. Aber auch bei Wind kann es vorkommen, dass sie stillstehen. Die Gründe sind vielfältig. So können Lärmschutzauflagen dafür sorgen, dass Windenergieanlagen stillstehen. Dies kommt besonders zwischen 22 Uhr und 6 Uhr vor. (1) Auch der Schutz vor Schattenschlag kann zur Abschaltung führen. (2) Auch der Schutz von Vögeln und Fledermäusen sorgt regelmäßig für Abschaltungen. (3) Aber auch Engpässe im Stromnetz und negative Strompreise sorgen dafür, dass sich Windenergieanlagen nicht drehen. Die Netzengpässe führten 2024 zur Abregelung von 3 % der erzeugten Strommenge. (4) Durch den starken Zubau von Batteriespeichern und den Ausbau der Stromnetze wird sich dieses Problem in Zukunft reduzieren. (5) Da das Energy Center zudem ca. 45 % des Stroms vor Ort verbrauchen und diesen zur Umwandlung in Wasserstoff nutzen.

(1) Fachagentur Wind und Solar e.V. (2026): Kompaktwissen. Warum Windenergieanlagen stillstehen. Gründe, Auswirkungen, Lösungsansätze.

(2) Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg: Schattenwurf.

(3) Fachagentur Wind und Solar e.V. (2024): Kompaktwissen. Windenergie und Artenschutz. Betroffenheit, rechtliche Grundlagen, Schutzmaßnahmen.

(4) Fachagentur Wind und Solar e.V. (2026): Kompaktwissen. Warum Windenergieanlagen stillstehen. Gründe, Auswirkungen, Lösungsansätze. https://www.fachagentur-wind-solar.de/fileadmin/Veroeffentlichungen/Wind/Allgemein/FA_Wind_Solar_Warum_Windenergieanlagen_stillstehen.pdf

(5) Deutsche Energieagentur (dena) (2026): Großbatteriespeicher im Aufwind. Wie Deutschland sein Energiesystem flexibler macht.

Die Übersicht “Sorgen und Bedenken zur Windenergie wissenschaftlich geprüft” wurde von Koop Wind – Kommunalberatung, kooperative Regionalentwicklung und gemeinwohlorientierter Windkraftausbau erstellt.

Versammlungen der Einwohnerinnen und Einwohner

In den bisherigen Versammlungen der Einwohnerinnen und Einwohner wurden viele Fragen etwa zu Rückbau, Anlagengröße und möglichen Belastungen sowie ortsspezifische Parameter gestellt. Sie können diese mit den Antworten unter folgenden Seiten nachlesen: 

22.04.2026: Einwohnerversammlung in Flessau

21.05.2026: Einwohnerversammlung in Storbeck